La Guitaromanie
Es waren schon tolle Zeiten zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als die "Guitare" zum Lieblingsinstrument des aufstrebenden Bürgertums avancierte. Mit ihrem intimen Klangcharakter war sie wie geschaffen für die Salons der gehobenen Häuser, in die sich der europäische Citoyen vor den Wirren des Napoleonischen Zeitalters zurückzog.

Wer den gestrigen Opernabend noch einmal in Erinnerung rufen wollte, musste schon selbst zum Instrument greifen und so entstand eine unüberschaubare Zahl von Potpourris, Variationswerken und Fantasien über beliebte Opernarien vor allem des in ganz Europa gefeierten Gioacchino Rossini.

Andre Cezanne
André Cezanne
Projekt-Initiator
Neben dem enthusiastischen Dilettanten versorgten aber auch die ersten reisenden Virtuosen vom Range eines Niccolò Paganini, der selbst leidenschaftlich gern Gitarre spielte, die Bürgerhäuser mit der neuesten Musik aus ganz Europa. Mit der Leichtigkeit ihres Spiels und ihrer atemberaubenden Fingerfertigkeit setzten sie ihre Zuhörer in Erstaunen und spornten sie an, es ihnen gleich zu tun. Kurzum Musik stand im Zentrum des kulturellen Lebens und mit ihr die Gitarre. Ihre Verbreitung gewann solche Ausmaße, dass sich Zeitgenossen bemüßigt sahen, jene Begeisterung für die Gitarre mit dem leicht ironischen Begriff der "Guitaromanie" zu belegen.

Um den Zauber dieser Epoche und ihrer Musik in unsere Zeit zu transformieren, rief André Cezanne 2005 das Guitaromanie-Projekt ins Leben. Verschiedene Ensembles musizieren auf historischen Instrumenten im "Sound" dieser Zeit. Die ganze farbenreiche Palette der Gitarrenmusik und ihrer gerühmten aber leider in Vergessenheit geratenen Komponisten wird hier endlich wieder lebendig und dem Dunkel der Geschichte entrissen.

Die erfahrenen Musiker bewegen durch die Frische ihres Vortrags, der dem Geist der damaligen Zeit verpflichtet, aber vom Staub des Musealen befreit ist. Tauchen Sie ein in eine Welt voller romantischer Poesie, genießen Sie ein unvergessliches Hörerlebnis.